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Weiterhin akutes Reisefieber!!!

Kaum war ich zwei Wochen zurück in Deutschland, hab ich es nicht lange daheim ausgehalten und mich direkt ins Auto gesetzt, um Moni im Emsland zu besuchen. Auf einem riesigen Gut mit Pferden und vielfältigen Möglichkeit, die Gegend zu erkunden, ließ ich es mir ein paar Tage gut gehen und genoss die Zeit mit Moni, die mir nach ihrem Abschied in Israel doch sehr gefehlt hatte!

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Wir fuhren nach Emden über die niederländische Grenze, besuchten Meppen und Lingen, gingen spazieren und ritten in der freien Zeit, was nach mehrjähriger Abstinenz richtig Spaß machte ;) Runtergefallen ist zum Glück niemand, sodass ich nur mit ziemlichem Muskelkater wieder nach Hause gefahren bin – ist doch alles etwas länger her^^

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Zudem besuchten wir die Festung Bourtange auf Seiten der NL und fühlten uns gleich ins 18.Jahrhundert zurückversetzt. Dort hat man noch sämtliche alte Gebäude, Kanonen und Verteidigungswälle stehen lassen, sodass ein kleines Museum entstanden ist, welches sich auch gut zum Deichlauf und Kaffeetrinken eignet.

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Die Tage bei Moni waren zwar nicht die sonnenreichsten, aber allein dass wir uns wiedergesehen haben, war einfach super!! :) Vor allem hatte ich eine bombige Ablenkung von der Tatsache, dass meine Schwester nach Afrika abgedüst ist und ich zurück in Deutschland bin. Hat wirklich geholfen ;)

 

Ich hatte insgesamt noch zwei Tage zum Wäsche waschen, aufräumen und Koffer packen, dann ging es schon wieder weiter – nach Rom :) Mit Katha wollte ich für eine Woche die italienische Hauptstadt unsicher machen und noch einmal den Sonnenspeicher auftanken!

Freitag Mittag setzten wir uns in den Zug nach Düsseldorf, von da aus ging es mit dem Flieger weiter nach Bella Italia :) Kaum aus dem Flugzeug in Rom gestiegen, freuten wir uns tierisch und erreichten nach einer etwas chaotischen Fahrt auch endlich irgendwann unser Hotel etwas außerhalb des Stadtzentrums. Total erschöpft vielen wir nur noch ins Bett - buonanotte Roma!

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Ausgeschlafen und voller Energie machten wir uns am ersten Tag direkt auf den Weg in den Vatikan. Bevor es zum Petersplatz und auch in den Petersdom ging, liefen wir zur nahe gelegenen Engelsburg und der wunderschönen Brücke der Engel, die über den Tiber führt. Riesige Engelsfiguren tragen Symbole der Passionsgeschichte und bestehen schon einige Jahrhunderte. Die Burg stammt bereits aus Kaiser Hadrians Zeiten und diente ursprünglich als Mausoleum, nun beherbergt sie ein Museum.

Anschließend folgte der pompöse Petersdom – gigantisch! Nach Sicherheitskontrollen – echt harmlos im Vergleich zu Israel ;) – und Runterkrempeln sämtlicher Hosenbeine und Shirtärmel betraten wir dann die imposante Kathedrale und kamen aus dem Staunen gar nicht wieder heraus! Säulen, Statuen, unglaublich hohe Fenster, Verschnörkelungen, versteckte Nischen – sehr lohnenswert :)

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Tag zwei bestand aus der Altstadt Roms mit Colloseum, Forum Romanum und Capitol. Allein durch diese mittlerweile jahrtausende (!!!!) alten Gebäude zu gehen und sich vorzustellen, wie es im alten Rom zugegangen sein mag – der Hammer! Die Sonne brannte ohne Ende vom Himmel, aber es war einfach viel zu interessant und reizvoll, als dass wir hätten zuhause bleiben wollen ;) Durch die vielen Ruinen zu stapfen, alte Marktplätze zu besichtigen, den Circus Maximus zu sehen und wie die Römer über die alten Pflastersteine zu laufen hatte schon was!

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Unsere nächste Station waren die Vatikanischen Museen, in denen sämtliche Götterstatuen und alte Mythen ausgestellt sind. Zudem befinden sich in einer Abteilung die mitunter ältesten Landkarten, riesige Wandteppiche mit der Passionsgeschichte bestickt, Sarkophage aus Ägypten, viele Geschichten erzählende Gemälde und Figuren u.v.m. Das Highlight: die Sixtinische Kapelle!

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La Cappella Sistina beinhaltet die berühmtesten Wandgemälde der Welt, unter anderem das “Jüngste Gericht” von Michelangelo.  Die Wandgemälde zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und Mose und wurden von verschiedenen Malern der Renaissance geschaffen.

Besondere Berühmtheit erlangte die Kapelle durch ihre Ausschmückung mit Fresken. Die Deckenmalereien malte Michelangelo zwischen 1508 und 1512, sie zeigen Szenen aus der Genesis auf insgesamt 520 m² mit 115 überlebensgroßen Charakteren. Besonders „Die Erschaffung Adams“ ist ein weltberühmtes Werk, da es zeigt, wie Gott mit ausgestrecktem Finger Adam zum Leben erweckt.

Anschließend liefen wir noch durch die kleinen Gässchen der Stadt, gönnten uns ein verdammt leckeres Eis und genossen die Abendsonne an der Engelsbrücke. So schnell war dann auch Tag drei um…

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Mit ein paar Blasen und leicht roten Wangen nahmen wir uns am folgenden Tag vor, sämtliche typische Sehenswürdigkeiten unter die Lupe zu nehmen. Das HardRockCafé war die erste Station, dann ging es zur Spanischen Treppe und dem Fontana de Trevi. Nachdem wir uns durch Touristenmassen gequetscht hatten, die alle nur mit ihrer Kamera vor der Nase herumliefen und noch nicht einmal sahen, wenn sie jemandem auf dem Fuß standen, hatten wir dann auch wenigstens für ein paar Momente mal freien Blick und Zeit, uns ein wenig umzuschauen. Kaum zu glauben, dass die Menschen vor so vielen Jahren schon solche Monumente gebaut haben – unglaublich und unvorstellbar!!!

Das Pantheon stand anschließend auf dem Plan. Es ist ein antikes Bauwerk und seit 609 n. Chr. katholische Kirche. Das Pantheon besaß für mehr als 1700 Jahre die größte Kuppel der Welt und gilt allgemein als am besten erhaltenes Bauwerk der römischen Antike. Ursprünglich war es ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum, allerdings ist bis heute umstritten, welche Götter hier genau verehrt werden sollten.

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Der nächste Tag war erneut mit viiiiiiiel Laufen verbunden, denn wir orientierten uns anhand des Reiseführers und folgten einer vorgeschlagenen Tour durch verschiedene Teile der Stadt. Begonnen am Capitol und dem Senatorenpalast in brüllender Hitze ging es weiter an der Rückseite des Forum Romanums, vorbei an alten Tempeln und Kirchen und zur “La Bocca della Veritá”. Diese riesige Tonscheibe befindet sich nahe des Eingangs zur Kirche Santa Maria in Cosmedin. Der Sage nach legt man die Hand in den Mund, wer sie unversehrt hinaus zieht, sagt die Wahrheit. Lügnern wird die Hand abgebissen bzw. abgeschlagen.

Danach folgten wir der Route entlang des Tibers nach Trastevere, genossen die Atmosphäre und Anblicke alter Balkone, Wäscheleinen zwischen den Häusern, kleiner Geschäfte und fröhlich dreinschauender Menschen – Bella Italia war doch was Schönes :)

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Zum Abschluss des Kulturprogrammes gönnten wir uns am vorletzten Tag Ruhe am Strand von Ostia – Lido am Mittelmeer. Das tat so gut :) Allerdings verbrannten wir uns selbst die Fußsohlen bei dem heißen Sand^^

Abends fuhren wir noch einmal in die Stadt, um Rom by night anzuschauen, was sich trotz längerer Fahrt total lohnte! Ob Colloseum oder Arc, alles wirkte noch größer und vor allem schöner mit passender Beleuchtung. Wir beeilten uns danach allerdings, um relativ früh zurück ins Hotel zu kommen, weil Rom halt nicht Provinz, sondern Großstadt ist und man sich doch etwas unsicher fühlt, wenn mal als Touri da allein herumflitzt.

Insgesamt ging die Woche natürlich wieder einmal viel zu schnell um und ehrlich gesagt, ich hätte noch locker länger bleiben können, aber gut ;) Rom war eine super spontane Idee und das beste, was wir machen konnten! Wir hatten eine gute Mischung aus Kultur, Entspannung und vor allem ordentlich Sonne :)

Ich fürchte, jetzt reicht´s erst einmal mit reisen, aber wer weiß ;)

 

12 Monate Eintauchen in eine andere Welt – kaum zuhause folgt der nächste Abschied…

Unglaublich aber wahr, nun ist mein Auslandsjahr um und das ging meiner Meinung nach definitiv zu schnell! Ich bin um tausend Erfahrungen und Erlebnisse reicher, durfte wundervolle Menschen zweier ganz verschiedener Länder, Kulturen, Religionen und Hintergründe kennen-, schätzen- und liebenlernen und bin mittlerweile ziemlich raus aus dem deutschen Leben. Ich kann es immer noch nicht begreifen, warum die Zeit bei so intensiven Abschnitten so furchtbar rast und man sich im Nachhinein fragt, wo denn nur die Tage, Wochen und Monate geblieben sind???

Sich von den Kindern zu verabschieden war das schwierigste und schmerzhafteste. Meine Jungs und Mädels sind mir so ans Herz gewachsen und wie Geschwister, dass ich mich nur sehr ungern von ihnen trennen konnte! Wenn man fast jeden Tag so viele Stunden miteinander verbringt, schon morgens die erste und abends die letzte am Bett ist, dann schweißt das unheimlich zusammen – unvorstellbar das in Deutschland erst einmal nicht mehr zu haben!

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Deshalb waren die letzten Tagen noch einmal richtig schön, vor allem weil wir noch einige “Events” wie die Eisparty und den Sporttag mit den Kids erleben konnten.Der Spaß war vorprogrammiert ;) Ob beim Wasserbomben zerplatzen, Wettrennen mit den Rollis oder Eissorten erschmecken, die Kinder genossen es und wir lachten ohne Ende!

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Dann war er gekommen, der Abschied, und wir vergossen einige Tränen… Als die Kids bereits im Bett lagen, drehte ich noch einmal eine Runde und verabschiedete mich, drückte vielen ein Küsschen auf die Wange und versprach, möglichst schnell zurück zu kommen. Ach, die werden mir alle so fehlen, auch die Worker und anderen Volos – die große St.Vincent Familie :)

Nun bin ich seit ein paar Tagen wieder zuhause und kann nur eines sagen: meine Entscheidung, ein Jahr als Volontärin zu verbringen, war die allerallerallerbeste, die ich hätte treffen können!!! Egal ob Tansania oder Israel, Afrika oder Orient, Kiswahili oder Hebräisch/Arabisch, Krankenhaus oder Heim schwerstbehinderter Kinder – ich würde es jedes Mal wieder so machen :) Ich vermisse alle ganz schrecklich, aber weiß mit Sicherheit, dass ich wiederkommen werde! Das bleibt garantiert nicht meine letzte Reise nach Afrika oder Israel, versprochen!!

Gerade fahren wir nach Frankfurt zum Flughafen. Der Grund dafür ist meine kleine Schwester, die sich für viereinhalb Monate in einem Kinderheim in der Nähe Bukobas engagieren wird. Zusammen mit Elisa wird sie zumindest bis Oktober mit den Kindern arbeiten und dann eventuell nach Ndolage ins Krankenhaus wechseln, wobei das aber noch nicht ganz sicher ist. In Gedanken fliege ich mit und würde gerne dabei sein, wenn sie das erste Mal durch die Straßen läuft, den Markt erkundet und die aromatischen Düfte der Gewürze einatmet :)

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Ich kann jetzt sagen: Vielen Dank :) Für alle, die regelmäßig meinen Blog gelesen haben, mich immer unterstützen und in Gedanken bei mir sind, die vielen lieben Karten und Nachrichten, die ich im vergangenen Jahr erhalten habe, und vor allem an die Spender und Käufer unseres Kinderkalenders!!!

Kwa heri, as salam und lehitraot :) Bis zur nächsten Reise!!

Eure Judith